Friedensdemo sorgt für Unfrieden (Reblog)

von Marian Schraube

Montagsdemo – Die einen nennen sie Mahnwachen für den Frieden, für die anderen sind es WahnMachen von Esoterikern und Antisemiten. Wer steckt hinter den neuen Montagsdemos in Hamburg?

Hamburg an einem Montagnachmittag. Böiger Wind trieb Papierfetzen über den Rathausmarkt. Die Büros hatten schon geschlossen, aber die Läden waren noch geöffnet. Trotzdem war es ungewöhnlich leer am Rande der Binnenalster. Die wenigen Fußgänger hasteten über den Jungfernstieg zur U-Bahn, denn das Schmuddelwetter lud nicht gerade zum Verweilen vor den Schaufenstern ein.

Nur ein paar Unverzagte hatten sich auf der Reesendammbrücke versammelt, dort wo die Kleine Alster in die Binnenalster übergeht und der Anleger für die Ausflugsdampfer beginnt und sommers wie winters bunte Fahnen wehen. Sie spannten Schnüre zwischen den Flaggenmasten, an die sie Zettel hefteten, und bauten eine kleine Lautsprecheranlage auf. Ich war gekommen, um ihnen zuzusehen.

Angefangen hatte es vor zwei oder drei Wochen im Internet, als der friedfertigste unter meine friedfertigen Facebook-Freunden plötzlich erkennen ließ, dass er es ganz okay fände, dass sich Russland die Krim angeeignet hätte. Wir bekamen richtig Streit. Irgendwie war mein Freund der Absicht, das internationale Finanzkapital sei verantwortlich für die prekäre Lage in der Region und ich solle ihm wegbleiben mit Völkerrecht und was hätten die Amerikaner nicht alles schon getan – zum Beispiel im Irak. Und überhaupt wollte Merkel den dritten Weltkrieg…

Meinen Freund beeindruckte nicht, als ich ihm erklärte, dass auch der Irakkrieg von den UN als völkerrechtswidrig verurteilt worden war. Er wollte auch nichts davon hören, dass Angela Merkel bestimmt keinen Krieg in Europa wolle, schon gar nicht den dritten Weltkrieg und war unglaublich wütend. Natürlich seien auch die Medien schuld, Monsanto, und warum der Mainstream nicht endlich aufwache??? Ich habe dann lieber aufgehört mit ihm zu diskutieren. Denn er ist eigentlich ein herzensguter Mensch und mir war ausnahmsweise überhaupt nicht klar, wie ich seinen Furor besänftigen könne. Das Gleiche erlebte ich ein paar Tage später zu meiner völligen Verblüffung mit einem befreundeten Ehepaar. Böse waren sie, natürlich müsse man die Russen verstehen, Putin schütze nur seine Landsleute… Und natürlich wäre Krieg schlimm, aber man müsse ja auch einmal die Russen sehen.

Über die Facebookseiten dieser drei Freunde wurde ich auf einen Kosmos aufmerksam, der sich mir bis dahin verschlossen hatte: Zufällig hatte ich einmal von einem RBB-Reporter gehört, der seine Gesprächspartner gerne mit vorgehaltener Banane interviewte – Ken Jebsen – aber Namen wie Jürgen Elsässer, Christoph Hörstel, David Icke, Andreas Popp oder gar Lars Mährholz waren mir bis dahin vollkommen unbekannt. Die abgedrehteste Ideologie, die mir bis dahin bekannt geworden war, war die Lehre der Seelen- und Zeit-Wanderung, die die Scientologen predigen und zu Geld machen.

Über Facebook erfuhr ich nun, dass die Freunde meiner Freunde überzeugt waren, das gefährliche Giftstoffe sich als weiße Streifen am Himmel niederschlügen, reptilienartige Aliens in Menschengestalt uns beherrschten, es in Wahrheit gar keine Bundesrepublik gäbe sondern das III.Reich fortbestünde und die „FED“, also das amerikanische Zentralbanksystem, seit mehr als 100 Jahren das Weltgeschehen steuere, für alle Kriege verantwortlich sei und letztlich – wie fast alle anderen Zentralbanken der Welt – von der Familie Rothschild und wenigen anderen beherrscht würde. So wurde mir klar gemacht, dass der Iran eines von nur drei Ländern sei, das nicht von diesem internationalen Finanzkartell beherrscht würde und genau dies der Grund sei, warum „die FED“ die USA und Israel in einen Krieg gegen den Iran treibe. Putin sei ein Patriot, der sein Land verteidige, der Westen sei aggressic, getrieben von der FED, hieß es.

Dagegen müsse man auf die Straße, las ich bei Facebook. Aber viele, viele der Menschen, die sich hier seit einigen Wochen zu neuen „Montagsdemos“ und „Mahnwachen“ verabredeten, trieben noch ganz andere Dinge um: dass Deutschland nur eine Kolonie der USA seien oder das Unglück der Welt nur dem Geldverleih gegen Zins geschuldet sei. Und wer profitiere schon seit Jahrhunderten vom Geldverleih? …

So entstand scheinbar aus dem Nichts eine neue Friedensbewegung, von der man durch die Lektüre der entsprechenden Facebook-Seiten den Eindruck gewinnen musste, dass sie immer größer und stärker würde und dass ihre Protagonisten, sehr, sehr gravierende Probleme drückten, von denen die meisten Mitmenschen ohne Facebook-Kontakt allerdings noch nier etwas gehört hatten. Die Menschen aus diesen Facebook-Seiten bezeichnen sich als „erwacht“ – die anderen sind der „Mainstream“, der niedergedrückt von den giftigen Stoffen aus den himmlischen Chemtrails und dumm gehalten durch die Systemmedien, immer noch schliefen.

Da entdeckte ich in den Links und Verweisen auf Facebook einen jungen schlaksigen Mann namens Lars Mährholz aus der Nähe von Berlin, der für alle Fragen der vielen wütenden, irritierten und ängstlichen Facebook-Fans eine Antwort hatte: „Wenn man nur ein einziges Gesetz in den USA“ ändere, den „Federal Reserve Act“, sei der Bannkreis gebrochen und der Weltfriede gesichert.

Eine ebenso einfache wie wenig einleuchtende Idee, die aber im Internet auf begeisterte Zustimmung stieß und den stets freundlichen hauptberuflichen Fallschirmspringer bei seinen Fans fast in den Rang eines Messias erhob. Den vor einem neuen Krieg hatten und haben begreiflicherweise viele Deutsche im Moment Angst.

Bedingt durch eine immense Flut an wütenden Mails an deutsche Zeitungs-, Zeitschriften- und Fernsehredaktionen, haben sich seitdem viele Journalisten mit dem überaus naiv wirkenden jungen Mann beschäftigt, der wegen seiner schlichten Lösungen auf bei spöttischen Geistern auf Facebook immer häufiger als „Lars vom Mars“ bezeichnet wird. Andere sehen ihn, wegen seiner Rothschild-Schwurbeleien und merkwürdigen Äußerungen über „Semiten“ dagegen eindeutig in einer antisemitischen, rechten Ecke. Dazu kommt, dass er auf seinen Montags-Mahnwachen obskure Persönlichkeiten wie der genannten Ex-Radiomoderator Jebsen, einen hessischen SPD-Politiker mit Verschwörungsgedanken und zahlreiche buchschreibende, bezahlte Vorträge haltende und sich selbst vermarktende Verschwörungstheoretiker auftreten lässt. Lauter Menschen, die durch Buchverkäufe und Merchandise von den Ängsten ihrer halbwegs paranoiden Klientel leben.

Es gibt, das war mir nicht klar, in den legalen Randbereichen der Gesellschaft eine kleine Industrie, die von esoterischen, völkischen und verschwörunsgstheoretischen Publikationen und dergleichen lebt und die nun, unter dem Deckmantel der Montagsdemonstrationen, in der realen Welt des Mainstreams auftauchen möchte, um noch weiter zu wachsen. Je mehr Menschen auf der Straße sind, die T-Shirts oder Bücher kaufen und Geld an die Webseitenbetreiber spenden, um so besser. Wer kann schon gegen Frieden sein.

Das alles irritierte meine drei Facebook-Freunde übrigens nicht im Mindesten. Es sei egal, was jemand denke, solange er für den Frieden sei. Warum ich das nicht verstehen könne? Ich hätte doch auch Kinder, ob es mir den völlig egal sei, wenn es nun wieder Krieg gäbe und man sei gespannt, wie ich in einigen Jahren über meine Verirrung denken würde…

„Wach auf“ ist eine Aufforderung, die mir in diesen Kreisen häufig begegnete, so wie auch rührende Selbstbekenntnisse wie das eines der Hamburger Mit-Organisatoren der Montagsdemos, er sei selbst „erst vor kurzem aufgewacht“, seine Frau dürfe aber von seinen Erkenntnissen nichts wissen, auch seine Kollegen nicht, die würden ihn sofort „für verrückt halten.“

Da begann es, für mich wirklich interessant zu werden. Denn solchen Argumenten war ich in meiner journalistischen Arbeit bisher nur im Zusammenhang mit Psychosekten begegnet. Und wiewohl ich wusste, dass Facebook vor allem ein Selbstbestätigungs- und Pöbel-Medium ist und bestimmt kein Ort für den gepflegten intellektuellen Diskurs, war ich überrascht, wie heftig und aggressiv auf einfache Fragen oder abweichende Meinungen von den Friedensfreunden reagiert wurde. Zum Selbstschutz begann ich in den Diskussionen unter anderem Namen aufzutreten und schämte mich zunächst für meine Feigheit. Bald merkte ich aber, dass das in diesen Kreisen ganz normal ist. So lernte ich in meiner neuen Identität als Antifaschistin bald eine lustige Truppe gleichgesinnter (und wahrscheinlich gleichalter) Spötter kennen, die den Friedensfreunden Aluminiumhüte gegen Chemtrails und den Einfluss der Rothschilds verpassen wollten, auf der anderen Seite aber auch alle Formen von Verwirrten, Verängstigten, Suchenden und Heimgesuchten kennen. Insgesamt ein ziemliches Irrenhaus.

Also entschloss ich mich zu einem Ausflug in die echte Welt, an einem Montag gegen 18 Uhr in Hamburg.

Das war schon eine verdammt andere Friedensbewegung als unsere damals, als wir zu Hunderttausenden durch Bonn zogen, gegen den NATO-Doppelbeschluss und die Atombewaffnung. Auch wir damals hatten wirklich Angst vor dem Krieg. Aber irgendwie war es fröhlicher damals, nicht so verbissen. Vor allem waren es – im Unterschied zu meinen von Facebook gespeisten Erwartungen – nur verdammt wenige Friedensfreunde, vielleicht so um die hundert.

An der Alster habe ich keine Nazis getroffen. Oder ich habe keinen erkannt. Aber ich musste mehrfach über die giftigen Strahlen am Himmel reden. Ein Herr wollte mich überzeugen, die Bundesrepublik sei ein faschistischer Staat, der von den Nazis gesteuert werde. Eine mittelalte Dame vertrat die Ansicht, die Bundesrepublik existiere nicht, ebenso wenig wie eine Verfassung, und deswegen sei mein Personalausweis ein Muster ohne Wert. Und immer wieder kam es auf das Geldsystem, die Zinsen, die Rothschilds und die FED. Warum es denn antisemitisch sei, wenn man die Rothschilds beim Namen nenne, die doch die Verantwortung trügen? Nein, sie habe nichts gegen Juden, sie kenne sogar zwei. Das Ganze habe doch nichts mit Religion zu tun. Und Antisemitin sei sie auch nicht, den Araber seien ja auch Semiten und natürlich haben sie nichts gegen die. Aber ob es denn verboten sei, etwas gegen Israels Politik zu sagen, die wollten doch Krieg mit dem Iran und wer könne den für Krieg sein? Eine junge Frau fand, es wäre toll, wenn auch mal David Icke nach Hamburg käme, ein Engländer, der von reptiloiden Weltherrschern zu erzählen weiß. Ich hatte den Eindruck, dass hier beinahe mehr Weltanschauungen als Menschen versammelt waren. Und es war keine dabei, die mir spontan gefiel. Ich fand einige der Menschen ziemlich aggressiv im Auftreten und missionarisch im Anspruch.

Es war das gleiche bunte Stelldichein von AfD-Anhängern, Antisemiten und Verschwörungstheoretikern aller Couleur, wie es sich auch unter den Facebook-Anhängern der Hamburger Montagsdemo einfindet.

Auf Facebook hatte ich begonnen, an einigermaßen passenden Stellen mit wörtlichen Zitaten aus Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“ zu antworten und hatte teilweise begeisternde Zustimmung zu meinen „klugen Gedanken“ erfahren. Jedenfalls kamen diese Sätze viel besser an, als meine Argumente zuvor. Ich bin fast sicher, dass nur die wenigsten User den wirklichen Urheber erkannt haben. Viele gaben mir für diese Sätze ein Like. So stieß ich auch auf „Robin Nibor“, bürgerlich Robin Güldenpfennig, neben Henrik Kekusu einer der beiden Organisatoren der Hamburger Mahnwache für den Frieden – der hiesigen Montagsdemo.

Sind Henrik Kekusu und Robin Güldenpfennig Neonazis?

Robin Güldenpfennig ist Mitte Zwanzig und arbeitet als IT-Berater bei einer weltweit operierenden Beratungsfirma in Hamburg. Der jungenhaft wirkende Mann lebt allerdings nicht wie andere Friedensfreunde seines Alters in einem der Szeneviertel von Altona. Er ist offenbar ein sehr politisch denkender junger Mann, denn wenn man seinen Namen im Internet sucht, findet man ihn auf Seiten der linkssozialistischen SDAJ, bei der satirischen „Die Partei“ und auch als „Protokollführer“ eines niedersächsischen Ortsverbandes der Piratenpartei. Das wäre für sein Alter und seine berufliche Orientierung nicht ungewöhnlich. Jedoch finden sich in diesem Jahr zuletzt „Beste Genesungswünsche für sie Herr Hörstel“. Hörstel ist ein bekannter Verschwörungstheoretiker, der sich selbst als „Politik- und Regierungsberater“ bezeichnet und der früher mal für ARD und ZDF als Journalist arbeitete und heute als „hauptberuflicher Israelkritiker“ bezeichnet wird. In einem Chat auf Facebook legte er zuletzt nahe, dass er die Macht habe, den ARD-Korrespondenten „Armbruster (Armleuchter?)“ aus Syrien ausweisen zu lassen. Auf die Frage, ob Hörstel für die Ausweisung des unliebsamen ARD-Korrespondenten hinwirken solle, gibt Güldenpfennig ein „Like“.

Vielleicht erklärt dies auch eine Rede, die im Internet zu finden ist: Bei einem Friedensfestival in Ostfriesland hält der junge Mann mit teils überschnappender Stimme eine Rede über den Bürgerkrieg in Syrien, in der er alle Schuld vom Assad-Regime weist und alle Verantwortung an die USA delegiert. Russland, aufs engste mit Assad verbandelt, trägt laut Güldenpfennig keinerlei Mitverantwortung für die Lage in Syrien, wie auch die russische Anteil an der Verantwortung für die gegenwärtige Sicherheitskrise bei den neuen Montagsdemos nie mit nur einem Wort erwähnt wird. Schuld am Bürgerkrieg in Syrien ist der Umstand, dass das Land noch eine eigene Zentralbank habe und deswegen nicht vom Dollar abhängig sei. Deswegen sei, von der FED gesteuert, die Lage in Syrien entstanden.

Und wenn hier die Schussbahn frei gemacht worden sei, dann könne man den IRAN angreifen – das erfährt Robin Güldenpfennig auf der Facebook-Seite von Christoph Hörstel – und der hat es beim Friseur von einem britischen Soldaten aufgeschnappt

Dieser Art sind oft die Quellen der Eiferer in den Facebooksekten und neuerdings auf den Montagsdemos. Beeindruckend ist dabei Güldenpfennigs Diktion auf dem Video seiner Rede in Ostfriesland, die sich anhört, als habe er eine jahrelange SED-Schulung hinter sich …

In dieser Rede zitiert er als glaubwürdige Quelle auch den amerikanischen Verschwörungstheoretiker Wester Tarpley, einem Anhänger des mehr als umstrittenen Politikers Lyndon LaRouche, dessen Frau Helga in Deutschland die rechtsaußen Partei BüSo betreibt. Unter Artikeln von Hörstel auf Facebook finden sich „Likes“ von Helga Zepp-LaRouche und einem Bernd Güldenpfennig, mit dem Robin verwandt ist.

Bei Hörstel, der den Anschlag vom 11.September als Machwerk der CIA bezeichnet, holt sich Güldenpfennig im Internet Rat und Inspiration und chattet mit ihm über „Eliten, die das Volk belügen und die Wahrheiten verbergen“ – ein sehr verbreiteter Topos bei den Anhängern der neuen Montagsdemonstrationen. Kritiker bezeichnen sie deswegen auch als „Truther“, als Menschen, die auf wahnhafte Weise überzeugt sind, als einzige die „Wahrheit“ zu besitzen und die Masse der Menschheit aufwecken zu müssen. Güldenpfennig hält offenbar einiges für möglich. Jedenfalls erkundigt er sich im Netz bei einem Anbieter für Stadtführungen auf den Spuren der Illuminati in München… Auf die Frage, ob er an Reptilienwesen glaube, die die Welt beherrschen, weicht er aus. Einem Protagonisten dieser These wolle er nicht das Mikrofon verbieten – bei den Montagsdemos gebe könne jeder sprechen.

Damit liegt der junge IT-Experte in vielem auf einer Linie mit dem Agitator der Berliner Mahnwache, dem ehemals beim RBB beschäftigten Moderator Ken Jebsen und von Lars Mährholz, dem Fallschirmspringer, der mit den Montagsdemos so unversehens das Licht der Öffentlichkeit erblickte. Auch wenn Mährholz in Berlin deutlicher steuert, wer vor dem Brandenburger Tor sprechen darf.

Kurz vor der Montagsdemo am Ostermontag wandte sich Güldenpfennig noch einmal an die Facebook-Gemeinde: „Erhebt Euch meine lieben Freunde. Wir werden seit Jahrhunderten von diesem Finanzsystem geknechtet. Alle Jahre wieder führt diese extreme Knechtschaft sogar zum Krieg. Gemeinsam können wir dieses System ändern“. Darunter postet er ein Video mit dem Titel: „Wacht endlich auf .. Schaut nicht von der Wahrheit weg.“

Der zweite Organisator der Montagsdemo in Hamburg ist Henrik Kekusu, ein Physikstudent. Über ihn lässt sich relativ wenig im Netz finden. Er hat sich auf Seiten der AfD über ein neues Geldsystem informiert und hielt darüber auch eine Ansprache auf der Friedensdemo, die bei Youtube zu finden ist. Auf ein Posting, das vor der Wahl der AfD warnt, antwortet Kekusu: „Wer immer noch denkt, unsere Probleme seien durch anderes Wahlverhalten zu lösen, dem ist nicht zu helfen.“ Über die „wahren Hintergründe“ der gegenwärtigen Sicherheitskrise empfiehlt er Videos von Ken Jebsen und dem Verschwörungstheoretiker Dirk Müller, einst als „Dirk vom Dax“ im Fernsehen bekannt geworden. Vom momentanen Parteiensystem hält der angehende Physiker nichts, es lasse doch nur anpassungsfähige Leute nach oben kommen. Auch Kekusu ist ein Kritiker der Zentralbanken, des gegenwärtigen Geld- und Zinssystems und hält das für einen riesigen „Betrug am einfachen Bürger“. Recherchen des Deutschlandfunks, die größte deutsche Facebook-Seite des Hacker-Kollektivs Anonymus sei von Rechten gekapert und zweckentfremdet worden, indem sie die Montagsdemos unterstütze, kommentierte Kekusu spöttisch: „Schlimm dass sich in Deutschland bereits 410.000 Böse rechte Verschwörungstheoretiker versammeln und böse rechte verschwörungstheoretische Pages liken.“

….

Anmerkung: Ich habe den obigen Text reblogt, ohne den Autor Andreas Hallaschka um Erlaubnis zu fragen. Das hat zwei Gründe: Erstens wurde der Text mir vorliegenden Informationen zufolge von der online-Redaktion der Wochenzeitung der Freitag aus deren Blogosphäre freitag.de/community gegen den Willen des Autors gelöscht. Zweitens haben ihn vor der Löschung die unterschiedlichsten Social-Media-Accounts in Bezug genommen, er wurde über Rivva verbreitet. Und ist von so disparaten Plattformen wie Konstantin Weckers „Hinter den Schlagzeilen“ oder dem „Störungsmelder“ bei zeit.de aufgenommen bzw. weiterentwickelt worden.

Ein Artikel also von allgemeinem Interesse, der ein Manko hat: Gegen den Autor wurde zu Gewalt aufgerufen, nicht zuletzt von einer randständigen Plattform namens „MainstreamSmasherTV“.

Mit Hintergrundgebrabbel unterlegt wie nicht einmal beim GröFaz himself in Bestform, wird der Autor als „Maulhurenmedienschmierfink“ bezeichnet und dessen Blog gleich als, Zitat: „satanische Diffamierung der Montagsdemos“. Alles klar: Der/die Smasher, der/die sich beim notorischen Honigmann einstellt, um zusammen mit „Rumpel“ aka „Rumpelstilzchen“ aka Clustervision aka GrandmasterYaeger, vulgo: Klaus Jäger und heute „ClustervisionMach2“ die Neo-Stürmerelite zwischen Hamburg und Köln zu geben. Der Satan und seine Waidmänner, so muss das wohl heute sein. Nicht!

Ein Wort noch zu den im Blog namentlich Genannten, insbesondere Robin Güldenpfennig: Sie sind bereits in der Vergangenheit in der Öffentlichkeit aufgetreten, sie wurden in der einen oder anderen Weise  in ihren politischen Aktivitäten produziert, u.a. von RTV Abonga auf YouTube. Sie haben dabei hohen Wert nicht nur auf volle Namensnennung, sondern auch auf Meinungsfreiheit gelegt, die sie genutzt haben, selbst unter Berufung auf ausgesprochen seltsame Quellen.

Das ist ihr gutes Recht. Wie es gutes Recht von Bloggern ist, egal ob namentlich bekannt oder nicht, diese Personen und ihre Messages einer kritischen Würdigung zu unterziehen. Wer schon in jungen Jahren die Öffentlichkeit als Applausverein missversteht, sollte in der künftigen Karriereplanung sehr sorgfältig vorgehen.

Bleibt nur noch eine Frage: Warum hat die online-Redaktion von der Freitag den Artikel gelöscht und damit nicht nur das Werk des Autors, sondern auch die netzweite Bezugnahme zerstört? Augstein, übernehmen Sie! MS

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