Politmanege „fisch + fleisch“

von Marian Schraube

Äh, ja .. und das war es dann auch schon wieder mit fisch+fleisch. Für mich jedenfalls.

ff 20160701

Die redaktionelle Entscheidung, einem bekennenden Militaristen „mit Outdoorqualitäten“ ein Forum zu bieten, ist dabei nicht ausschlaggebend. Auch Arnie wurde schließlich Governor. Sondern Behauptungen ersten Rang („Thema des Tages“, 1.7.2016) zu geben, die FPÖ sei sozusagen ideologiefreie Zone und Alexander Van der Bellen  dagegen ein Demagoge, ist die zur Kenntlichkeit gebrachte Linie eines online-Mediums, das sich nicht nur einspannen lässt: Es will exakt an dem Front National mitmischen.

Dass die Redaktion von f+f Lügen befördert, ist keine Vermutung, sondern Tatsache. Der von ihr lancierte, weil hervorgehobene Beitrag behauptet: „[Mit ihrer Wahlanfechtung] zeigt die FPÖ den Linken nicht nur, wie Demokratie geht, sondern sie beweist auch, dass sie dazu in der Lage ist, komplizierte Sachverhalte richtig einzuschätzen. Anders eben als ganz offensichtlich die Linken, Grünen und Alexander van der Bellen. Denn diese hatten sich über die Beschwerde amüsiert und Hofer als schlechten Verlierer dargestellt. Alle, die das anfangs behaupteten, waren sogleich Verschöwrungstheoretiker“.

Das steht, bezogen auf Alexander Van der Bellen, im klaren Kontrast zur Erklärung des Kandidaten vom 18. Juni: „Es ist unser aller Recht, Österreichs Institutionen anzurufen. Und es ist unser aller Pflicht, deren Entscheidungen zu respektieren. Vertrauen wir in unsere Demokratie, vertrauen wir in unseren Rechtsstaat.“

Abgesehen von den Rechtschreibfehlern ihres Autors: Die Redaktion von f+f hätte kurz und einfach Tatsache vs. Fiktion nachrecherchieren können, bevor sie Herrn Friedrich zum chosen one machte.

Der Vertrauensbruch, den dieser Thomas Friedrichs probt und der von dieser Plattform transportiert wird, ist die Methode der Faschosphäre, egal ob in Österreich oder Deutschland: Sich selbst als neutral und demokratisch zu zelebrieren, nach Möglichkeit mit „#Meinungsfreiheit“ versehen, um genau das Gegenteil zu tun und mitzuteilen.

Oder wie Mely Kiyak unlängst schrieb: „Widersprüche sind für Rechtspopulisten wie Gleitmittel. Damit schlittert es sich schön glitschig gut durch das Reich der Irrationalität.“

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